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Johann Christoph von Dreyhaupt – Beamter, Sammler und Chronist

J.C.v.Dreyhaupt

Johann Christoph Dreyhaupt wurde am 20. April 1699 in Halle geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann und Gastwirt aus Kursachsen. Auf Wunsch seines Vaters sollte auch Johann Christoph den Beruf eines Kaufmanns erlernen. Er konnte jedoch bei seinem Vater durchsetzen, dass dieser ihn Rechtswissenschaft studieren ließ.

Dreyhaupt begann 1718 an der hiesigen Universität mit dem Studium. 1725 wurde er zum „ordentlichen Advokaten“ im Saalkreis berufen, noch im selben Jahr zum königlich-preußischen Kommissionsrat. Trotz seiner Jugend wurde er wegen seiner ungewöhnlichen Tüchtigkeit und seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten bereits 1731 – also im Alter von nur 32 Jahren – zum königlich-preußischen Regierungs- Kriegs-, Domänen- und Konsistorialrat im Herzogtum Magdeburg und zum Schultheißen und Salzgrafen von Halle ernannt. Aufgrund seiner Verdienste in der Verwaltung wurde Dreyhaupt 1742 der Titel eines Geheimrates verliehen, ein Jahr später wurde er in den Reichsadelsstand erhoben.

Zeitgenossen beschrieben ihn als einen Mann von „grosser Herzensgüte und tiefer humaner Sinnesweise, schlicht, offen und grade. [Er war] von Habsucht frei und ein freigiebiger Wohltäter der Armen; [...] ein vielseitig gebildeter, auch mehrerer moderner Sprachen durchaus kundiger Mann von wahrhaft wunderbarer Arbeitskraft“.*

Dreyhaupt interessierte sich aber nicht nur für Rechts- und Verwaltungsfragen, sein Interesse galt auch den Naturwissenschaften. So baute er eine kostbare Sammlung von Mineralien, Salzen und Pflanzen auf. Berühmt war ebenfalls seine umfangreiche Münzsammlung. Sein Sammeleifer und seine Kenntnisse auf diesen Gebieten waren Anlass, ihn 1753 zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin zu ernennen.

Den größten Teil seiner Freizeit widmete Dreyhaupt indes genealogischen, heraldischen und historischen Forschungen. Im Ergebnis dieser Studien und unter großem zeitlichen und finanziellen Aufwand entstand das Werk, mit dem sich Dreyhaupt das bleibende Andenken seiner Heimatstadt verdiente: „Die diplomatisch-historische Beschreibung des Saalkreises und der Stadt Halle“, erschienen 1749/50. Den Hauptteil dieses Werkes bildet die historische Landbeschreibung des Saalkreises mit seinen Städten, Schlössern, Rittergütern und Dörfern. Von Bedeutung – und auch für einen heutigen Leser interessant – sind dabei vor allem die Ausführungen Dreyhaupts über die Saaleschifffahrt, die Landeskultur und den Bergbau.

Hochgeehrt und von seiner Zeitgenossen und Freunden betrauert, starb Johann Christoph Dreyhaupt am 12. Dezember 1768.

* Geschichte der Stadt Halle an der Saale während des 18. und 19.Jahrhunderts, nach den Quellen dargestellt von Gustav F. Hertzberg, Halle 1893, S.137.

  

Johann Christoph von Dreyhaupt (tabellarische Übersicht)

* 20. April 1699     † 12. Dezember 1768.

Der Jurist und Beamte

1718

beginnt Dreyhaupt ein Jura-Studium an der hiesigen Universität.

1725

Berufung zum „ordentlichen Advokaten“ im Saalkreis und Jahr zum königlich-preußischen Kommissionsrat

1731

wird Dreyhaupt zum königlich-preußischen Regierungs- Kriegs-, Domänen- und Konsistorialrat im Herzogtum Magdeburg und zum Schultheißen und Salzgrafen von Halle ernannt.

1742/43

erhält er den Titel eines Geheimrates und wird in den Reichsadelsstand erhoben.

Der Sammler

Zeit seine Lebens war Dreyhaupt ein leidenschaftlicher Sammler:

  • Mineraliensammlung, bestehend aus insgesamt 1662 Positionen
  • Sammlung von Pflanzen, diese enthielt Muster von 245 verschiedenen Hölzern, 23 Rinden, 79 Wurzeln und 59 Harzen
  • Münzsammlung, bestehend aus 1810 Stücken, davon 299 in- und ausländische Reichstaler und 487 griechische und römische Münzen

1753

wird Dreyhaupt zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannt.

Der Chronist

Den größten Teil seiner Freizeit widmete Dreyhaupt indes genealogischen, heraldischen und historischen Forschungen:

1749/50

 

erscheint sein historisches Werk

„Pagus Neletici et Nudzici oder Ausfuehrliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft nunmehr aber ... secularisirten Hertzog­thum Magdeburg gehoerigem Saal-Kreises und aller darinnen befindlichen Staedte, Schloesser, Aemter etc. ... / aus actis publicis ... zusammengetragen, mit vielen ungedruckten Documenten bestaercket, mit Kupferstichen und Abrissen gezieret und noethigen Registern versehen“

Den Hauptteil dieses Werkes bildet die historische Landbeschreibung des Saalkreises mit seinen Städten, Schlössern, Rittergütern und Dörfern. Von Bedeutung – und auch für einen heutigen Leser interessant – sind dabei vor allem die Ausführungen Dreyhaupts über die Saaleschifffahrt, die Landeskultur und den Bergbau.