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Von: Gerhard Lafeld
Bildungsfahrt des BLSVA ins Saale–Unstrut-Weinanbaugebiet
Verbandsmitglieder des Berufsschullehrerverbandes gingen am Samstag den 5.November auf Reise ins Saale–Unstrut-Weinanbaugebiet nach Freyburg. Die Tagesfahrt und besondere Fortbildung stand unter dem Motto „Sekt und Schokolade“.
Die Busfahrt erfolgte in einem modernen Reisebus mit einem freundlichen Busfahrer aus Wien vom Magdeburg über Halle und zurück, 32 Teilnehmer, altbekannte und neue Gesichter aus der Lehrerschaft aus den Berufsschulen Magdeburg, Halle, Bitterfeld, Wittenberg, Salzwedel, Stendal, Haldensleben und Mansfeld-Südharz erlebten an diesem Tag eine erholsame Bildungsveranstaltung. Von 11.00 bis 12.00 Uhr hatten wir eine Führung durch eine sachkundige und freundliche Angestellte des Schlossmuseums auf der Neuenburg.
Das Schloss Neuenburg (gegr. 1090) ist eine Burganlage auf dem spornartigen Ausläufer einer Hochfläche über dem Ostufer der Unstrut. Unterhalb der Burg im Norden liegt das Winzerstädtchen Freyburg. Schloss Neuenburg (mittelaltrig castrum Nuwenburg oder niwen burch), war einstmals die größte, älteste und wichtigste Burg der Thüringer Landgrafen. Die Schwesternburg der Wartburg besteht Kernburg mit dem Schlossbau, Küchenmeisterei und Vorburg. Im 12. Jahrhundert wurde die Burg durch die Ludowinger prachtvoll ausgebaut. Es entstand eine weitläufige Anlage mit repräsentativen Wohnbauten, mächtigen Türmen, gewaltigen Mauern und Toren. Große Namen wie der des Kaisers Friedrich Barbarossa, des Dichters Heinrich von Veldeke oder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen sind beredtes Zeugnis einer glanzvollen Vergangenheit. Nach dem Aussterben der Ludowinger einem der mächtigsten Reichsfürstengeschlechter im Jahr 1247 kam die Neuenburg in den Besitz der Markgrafen von Meißen aus dem Haus Wettin. Umbauten zum Wohn- und Jagdschloss erfolgten im 16. Jahrhundert unter den Kurfürsten von Sachsen und im 17./18. Jahrhundert durch die Herzöge von Sachsen-Weißenfels.1815 ging die Neuenburg in preußischen Staatsbesitz über und wurde ein beliebtes Ausflugsziel. Ein erstes Museum entstand 1935. In der DDR war das Schloss Neuenburg von 1970 bis 1989 geschlossen und hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt. Nach der politischen Wende konnte durch großes staatliches und privates Engagement der Verfall der Neuenburg gestoppt werden. 1997 ging die Liegenschaft in das Eigentum der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt über, der nun die Erhaltung der Bausubstanz obliegt.
Wir besichtigten und bekamen auf dem Rundgang erklärt:
• die Romanische Ringmauer mit Blick auf das Unstruttal,
• die Doppelkapelle einen eingeschossigen Saalbau mit halbrunder Apsis,
• den Stammbaum der Thüringer Grafen ,
• Räume, Möbel, Teppiche, Leuchter über die Jahrhunderte der Schlossentwicklung,
• die Skulptur der heiligen Elisabeth von Thüringen
• den Vorhof der Kernburg mit Torhaus, Wohnturm, Zwischenbau und Fürstenhaus.
Die Fahrt mit einem großem Reisebus vom Schloss durch die winkligen Straßen der Altstadt zum Mittagessen war an jeder Ecke ein Wagnis, das uns die Luft anhalten lies, wurde vom Busfahrer mit Geschick gemeistert. Bus und Insassen kamen ohne Blessuren davon und die Lehrer blieben der Berufsbildung erhalten. Das Mittagbuffet erfolgte im „Hotel zur Neuenburg“. Es gab als Hauptgericht Gulasch Stroganoff und als Nachspeise Mango Parfait. Lustig war danach das Treffen an dem Thüringer Bratwurststand, der die Bratwurstliebhaber und noch Hungrigen vereinte.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch der Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg. Freundlich begrüßt mit einem Glas Sekt ging es am Nachmittag in der Rotkäppchen Sektkellerei weiter. Angefangen im Lichthof ging es zur Fasslagerung. Hier konnte ein Holzfass von innen und außen besichtigt werden. Im Gewölbekeller mit hölzernen Rüttelpulten wurde uns dass Prozedere der Flaschengärung und Lagerung des Sektes erklärt und vorgeführt. Im Domkeller besichtigten wir am Ende des Rundganges ein Riesenfass zur Weinlagerung. Unter dem Motto „Sekt - Genießer trifft Schoko-Liebhaber“ wurden 4 Sektpralinen der Goldhelm Schokoladenmanufaktur Erfurt zu verschiedenen Sekten angeboten. Dem Rotkäppchenmarketing ist es gelungen seinen Besuchern zwei unterhaltsame und genüssliche Stunden zu vermitteln.
Im Internet kann man natürlich viel über die genannten Orte finden. Besser ist es jedoch an einer solchen Kultur- und Bildungsfahrt teilzunehmen, um sich vor Ort informieren zu können. Gespräche über Berufsschulen und Berufsbildung waren natürlich auch ein fester Bestandteil dieser Veranstaltung. Der persönliche Erfahrungsaustausch und der damit ermöglichte Blick über den eigenen Tellerrand sind interessant und wichtig für unsere Arbeitswelt in der Berufsbildung. Auf der Rückfahrt erhielten wir noch eine Fortbildungsbescheinigung und einen grünen Regenschirm mit der Aufschrift „Mit uns stehen Sie nicht im Regen“.
Vielen Dank möchte ich im Namen aller Teilnehmer der Frau Regina Gottschlich von der BbS III Halle/Saale (Johann Christoph von Dreyhaupt) für Ihre Mühe und für die perfekte Organisation der Veranstaltung an dieser Stelle sagen.
Gerhard Lafeld (ehm. BbS Sangerhausen)



























